Der Holländer Rietveld, der zu den innovativsten Innen- und Möbeldesignern des 20. Jahrhunderts gehörte, arbeitete bereits mit 11 Jahren in der Tischlerwerkstatt seines Vaters mit Holz. Im Jahr 1911 begann er mit der eigenen Planung und Möbelbau während er gleichzeitig Architektur studierte.
Der Rot-Blaue Stuhl (1917/18) ist der erste berühmt gewordene Ausdruck seiner architektonischen Sprache, in der man Einflüsse der Gruppe De Stijl, aber auch Erfahrungen von Mondrian und Van Doesburg spüren kann. Er wurde in der Zeitschrift De Stijl als Manifest der Bewegung veröffentlicht und im Bauhaus ausgestellt.
Die abstrahierende Reinheit seiner Möbel zeigt verschwimmende Grenzen zur architektonischen Dimension. Rietveld konzipierte Geschäfte, Büros, Kinos und natürlich auch Häuser, aber immer in einem originellen und kreativen Stil.
Er näherte sich dann den Themen des Rationalismus, besonders was die Suche nach Modularität angeht. Zu den bedeutendsten Werken dieses Zeitraums gehören die dreistöckigen Reihenhäuser für die Wiener Werkbundausstellung in Wien (1930-32), und unter den Möbeln sein berühmter Zigzag-Stuhl.