Als holländischer Architekt, Designer und Städteplaner ist er eine Figur ersten Ranges im Kreis der städtebaulichen Theorien der Modernen Bewegung. Da er zum linken Flügel der Avantgarde gehört, hat er insbesondere neue ethische und soziale Positionen in der Architektur verfochten.
Ab 1926 arbeitete Stam mit dünnen Gas-Stahlrohren an der Realisierung des Freischwingers (Stuhl ohne Hinterbeine), der funktionell, leicht und handlich sein sollte. Es war das erste Modell eines Kragstuhls (Cantilever), das die Zugeigenschaften des Stahls ausnutzte, und das zu einem Quantensprung in der Geschichte des Möbels wurde. Das künstlerische Copyright für den Kragsessel erhielt er 1932 nach einem langen Streit um die Patente mit Mies van der Rohe und Breuer.
Seit 1928 war er Ehrenmitglied des Bauhauses, für das er einen wertvollen künstlerischen Beitrag auf dem Gebiet des Möbeldesigns leistete.
Das Interesse von Mart Stam galt jedoch der Häuser- und Städteplanung (Reihenhaus in der Weißenhofsiedlung in Stuttgart): er arbeitete in der Städteplanung in Russland, Rotterdam und war nach dem zweiten Weltkrieg am Wiederaufbau von Dresden beteiligt.