René Herbst, ein gebürtiger Franzose, aber in London ausgebildet, arbeitete nach Studienreisen, die ihn auch nach Russland und Italien führten, in verschiedenen Architektenbüros in London und Frankfurt.
In seinen frühen Werken bemerkt man einen entschiedenen Einfluss der Bewegung Arts and Crafts und des Jugendstils. Im Jahr 1929 gründete er in Paris zusammen mit Le Corbusier, Eileen Gray und Anderen die 'Union des Artistes Modernes' als Reaktion auf die Dekorexzesse der damals vorherrschenden Art Deco.
Herbst verwendete als Vorläufer Industriemetalle und stellte seine Möbel in der eigenst gegründeten Firma her. Berühmt ist sein Sessel, der 1929 auf der Herbstmesse von Paris vorgestellt wurde: eine Stahlrohrkonstruktion mit Sitzfläche und Rückenlehne aus elastischen Schnüren, die für gewöhnlich zum Befestigen von Paketen an Fahrrädern benutzt wurden. Zusätzlich zur Architektur und Design befasste er sich mit Schaufenstereinrichtungen und Beleuchtungskörpern. Er war in die "moderne Welt" verliebt und der festen Überzeugung, dass es das beste Mittel sei, die Kunst "auf die Straße" zu bringen, um die Städte in das 20. Jahrhundert einzuführen.